Reis(e)updates aus Südostasien

Reiseberichte aus verschiedenen Ländern

10Oktober
2019

Koh Lanta - Thailand

Am Sonntag früh bin ich nochmal kurz zu Jessika und ihrer Freundin ins Hotel und habe Tschüss gesagt. Danach ging es auf die Fähre nach Koh Lanta. Ich hatte keine Ahnung was dieser Tag bringen würde außer, dass ich hoffentlich gut auf der Insel mit einer sehr alten Fähre ankommen würde und irgendwo schlafen werde. Ein Hostel hatte ich schon rausgesucht, aber noch nicht gebucht. Auf der Fähre war ein Mann, der alle Backpacker, die keine Unterkunft hatten zu sich ins Hostel bringen wollte. Das Hostel hatte auch gute Bewertung und ich war hin und hergerissen, ob ich mit ihm und den anderen dahin gehen soll oder nicht. Ich hatte Angst in dem eigentlichen Hostel allein zu sein, denn ich brauchte mal wieder bissl Gesellschaft. Ich konnte mich nicht entscheiden, hört dann aber auf mein Bauchgefühl und ging zu dem Hostel, wo ich eigentlich hinwollte. Ich schlug alle Tuk Tuks ab, denn es waren nur 20 min zu laufen. Ich stiefelte los und kam ca. 500m. Dann hielt ein Moped an mit 2 westlichen jungen Leuten. Sie kamen aus Australien und fragten wo ich hin will, das ich müde aussehe und das sie mich fahren können. Ich meinte erst, dass es zu dritt + großer Rucksack vllt bisschen eng wird. Er meinte nur das es kein Problem sei. Gut, probieren kann man es ja. Zack war der Rucksack verstaut und wir saßen zu dritt auf dem Roller. Ich denke eine vierte Person hätte auch noch locker drauf gepasst. 😂Plötzlich hatte ich das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Mein Hostel ist direkt am Strand. Nachdem die beiden mich abgesetzt hatten, musste ich noch über den Strand laufen zu meinem Hostel. Irgendwie ein cooles Gefühl mit gesamten Gepäck am Strand lang zu laufen :D

Im Hostel angekommen, habe ich mich direkt wohlgefühlt. Ich habe erstmal kurz gechillt und einen Blogbeitrag gelesen, der beschreibt, was man hier alles machen kann. Darin stand, dass es hier die Organisation Trush Heros gibt und jeden Sonntag um 16 Uhr sich an einem Strand getroffen wird und zusammen der Müll eingesammelt wird. Das hatte mir direkt zugesagt. Zufällig war heute Sonntag. Ich sah auf die Uhr und hatte noch 2 h um dahin zukommen. Leider war der Strand 40 Minuten entfernt. Ich überlegte, wie und ob ich dahin fahren soll. Na gut. Ich entschied mich fürs Abenteuer und habe mir einen Roller geliehen. Der Verkehr auf der Insel ist ein Glück nicht so krass. Ich dachte immer Roller an sich sind relativ leicht. falsch gedacht. Um den Roller erstmal in die richtige Startposition zu bringen, erfordert es schon relativ viel Kraft und dann muss man auch noch aufpassen, dass er nicht umkippt. Wenn man einmal fährt, gehts dann, aber sobald man langsamer wird und den Roller im Gleichgewicht halten muss, ist es nicht mehr so leicht. Generell ist langsam fahren nicht so einfach, da es gefühlt nur Vollgas oder kein Gas gibt. Naja. Nach einer ganzen Weile bin ich gut am Treffpunkt angekommen. Ich bin echt sehr langsam gefahren und hatte etwas Respekt. Das fahren auf der anderen Seite finde ich nicht ganz so schwer, aber da ich mich noch auf den Roller konzentrieren muss, ist es manchmal schon abenteuerlich 😂

An dem Strand angekommen, waren noch ganz viele andere Leute da, Familien mit kleinen Kindern, andere Backpacker, Europäer, die dort leben und auch Einheimische. Alle haben 2 Säcke bekommen, einen für Recyclebares, einen für Restmüll, Handschuhe und einen Greifarm. Los ging’s. Ich habe Schuhe, Styropor, Spritzen, Flaschen, Binnfäden, Strohhalme und ganz vielen anderen Müll gefunden. Nach anderthalb Stunde hatten wir ziemlich viele Müllsäcke zusammen. Einfach Wahnsinn, wie viel Müll da rumliegt. Nachdem wir fertig waren, konnten wir noch einen wundervollen Sonnenuntergang beobachten. Wunderschön :)

Es fühlt sich gut an, wenn man nicht nur reist, sondern auch manchmal eine Aufgabe hat bzw. etwas Gutes tut.

Unter den Leuten war auch eine Holländerin, die ab und zu in dem Tierheim auf der Insel hilft. Das Tierheim wollte ich die Tage besuchen. Wir kamen ins Gespräch und sie hat mich eingeladen am Dienstag um 9 Uhr vorbeizuschauen. Man kann mit den Hunden spazieren gehen und anschließend die Katzen knuddeln. Ich habe ihr erzählt, dass ich „Fotografin“ bin und gern Bilder von den Tieren machen kann, da sie ja vermittelt werden sollen, teilweise auch nach Europa. Sie war total begeistert und so werde ich am Dienstag dahin düsen.

Dann bin ich im Dunkeln zurück. Noch langsamer als hinzu, da man die Schlaglöcher erst spät gesehen hat :D

Auf dem Weg bin ich an einem Streetfood Markt vorbei gekommen. Nichts wie hin dachte ich, denn da ist es günstig und schmeckt gut. Ich muss echt sagen, dass das Essen in Thailand um Welten besser ist als in Indonesien und Malaysia. Ich hatte Pad Thai. Das ist die thailändische Variante von gebratenen Nudeln, aber nicht mit den deutschen Bratnudeln zu vergleichen. Serviert wurde es in einer Kokosnuss. Beim Essen wurde noch Livemusik gespielt. Das klang richtig gut. Zum Nachtisch gab es Eierkuchen. An einem Stand wurde eine komische eklige Masse in ein Bananenblatt eingewickelt und gebraten. Ich fragte ein anderen Tourist, ob sie weiß was das ist. Es stellte sich heraus, dass sie auch Deutsche war und mit ihrem Freund reist.Wir haben uns ewig unterhalten. Zum Schluss haben wir dann diese braune Masse probiert. Sah zwar eklig aus, aber schmeckte sehr gut. Ich denke es war karamellisierter Zucker mit Kokosnuss und anderen Sachen. Danach ging’s dann zurück zum Hostel.

So ein Tag wie heute macht das Reisen für mich aus. Früh aufstehen, keine Erwartungen an den Tag haben, einfach sehen was passiert und meistens passieren so viele schöne, ungeplante Dinge. Diese Momente Saug ich echt richtig in mich auf. 😊

 

Am nächsten Tag habe ich mit einer anderen Deutschen, die ebenfalls in meinem Hostel war mit dem Moped die Insel erkundet. So langsam begann mir das Rollerfahren Spaß zu machen und ich würde auch immer sicherer.

Im Moment ist hier noch Low Season, dass heißt es sind fast keine Touristen da. Das finde ich immer toll. So hatten wir die Straße und die Natur fast für uns allein. Low Season heißt aber auch Regenzeit. Da es jetzt schon dem Ende der Regenzeit zugeht, regnet es nicht ständig und ununterbrochen, aber es kann sein, dass mal ein heftiger Schauer niedergeht. So auch an diesem Tag. Ein Glück haben wir genau im richtigen Moment noch eine Unterstellmöglichkeit gefunden bevor es richtig los ging. Es schüttete 20 min und dann schien die Sonne wieder. Das schöne hier ist, dass es selbst bei Regen noch soo warm ist. Nach 5 min Sonnenschein hat man fast nichts mehr vom Regenguss gesehen. Wir sind den ganzen Tag auf unseren Rollern herumgefahren und haben die Freiheit genossen. Unterwegs gab es einen Oreo Milchshake. Das Restaurant war eine Empfehlung einer Freundin, die ich damals in Neuseeland kennengelernt hatte und die ein paar Wochen zuvor dort war. Sie hatte nicht zu viel versprochen, Der Shake war richtig, richtig lecker.

Eigentlich hatte ich mich mit 50+ Sonnencreme eingecremt, aber als wir von unserer Tour zurück waren, hatte ich ein paar schöne rote Stellen. Vor allem an den Oberschenkeln sieht das jetzt toll aus. Wo die Shorts aufhört bin ich rot/braun und was davon bedeckt war, ist weiß. Wunderbar 😂

Am nächsten Tag bin ich dann zum Tierheim gefahren. Hier war ich erst allein und bin mit 2 deutschen, die dort Freiwilligenarbeit leisten, mit den Hunden spazieren gegangen. In dem Tierheim leben zurzeit 44 Hunde und 45 Katzen. Die Hunde kommen jeden Tag mindestens einmal raus zum spazieren. Den Rest des Tages sind sie in kleinen Gruppen in einem Gehege, was relativ viel Platz bietet. Sie sind also nicht in kleinen Käfigen eingesperrt so wie man das aus deutsche Tierheimen kennt. Auch haben sie einen halbwegs zufriedenen Eindruck gemacht und nicht gebellt oder gewimmert. Danach habe ich etwas mit den Katzen gespielt. Hier leben sämtliche Altersgruppen zusammen, aber sie haben dennoch genug Rückzugsmöglichkeiten. Im Anschluss habe ich mit ein paar anderen noch eine Tour durch das Tierheim bekommen. Es wurde uns erzählt, dass eine Norwegerin vor 20 Jahren angefangen hat, dieses Heim aufzubauen. Durch Spendengeldern ist es immer weiter gewachsen. In dem Heim gibt es auch eine 24h Klinik. Hier können Einheimische sowohl ihre Tiere hinbringen, als auch Straßenhunde und -katzen oder sämtliche andere Tiere, wenn sie verletzt oder ausgehungert sind. Wenn die Einheimischen ihre Hunde und Katzen dahin bringen, werden sie nur behandelt, wenn diese sterilisiert werden dürfen. So wurden schon tausende Sterilisationen durchgeführt. Das dies Früchte trägt, erkennt man daran, dass es wieder vermehrt Katzen mit Schwänzen gibt. In Indonesien ist mir das vor allem aufgefallen, dass fast alle Katzen einen fehlgebildeten Schwanz hatten, aber ich wusste nicht wieso. Ich dachte, dass sie vllt unter einen Roller gekommen waren. Aber nein. Sie werden so geboren und das ist ein Zeichen von Inzucht.

Der halbe Tag im Tierheim hat mir echt gut gefallen. Normalerweise geht mir sowas immer nah, denn die Tiere tun mir super leid, aber hier hatte ich ein gutes Gefühl, dass es den Tieren gut geht und das versucht wird auf jedes Tier individuell einzugehen.

Außerdem werden sehr viele Tiere von den Besuchern adoptiert und bekommen ein neues Zuhause. Ach ja ich hätte ja auch am liebsten gleich eine Katze mitgenommen, aber eigentlich warten in Europa bzw. Deutschland auch so viele Tiere auf ein neues Zuhause.

Im Anschluss bin ich zu einer deutschen Bäckerei gefahren, denn ich hatte so richtig Lust auf ein tolles Brot. Da angekommen wurde ich von der Chefin aus Ostfriesland in Empfang genommen. Sie war super nett, wenn auch sehr eigen, aber wie Ostfriesen eben sind 😂. Auf jedenfall hab ich mir eine belegte Schnitte bestellt. Sie hat mir dann noch ein Croissant als Nachtisch geschenkt und ich durfte mir ein Buch aussuchen und mitnehmen. Während ich gegessen habe, habe ich mich mit einem aus Bayern unterhalten, der hier in ein paar Wochen ein Resort eröffnet. Er hat mir angeboten, dass ich da kostenlos schlafen könnte. Allerdings hatte ich in meinem Hostel ja schon bezahlt und wollte am nächsten Tag nach Krabi Stadt weiter, damit ich am Donnerstag entspannt zum Flughafen kommen würde. Ich hatte echt eine Weile überlegt, aber mich dann dagegen entschieden.

Danach bin ich zum Hostel zurück und wollte den restlichen Tag noch am Strand verbringen, denn dazu bin ich noch gar nicht gekommen. Ich lag bestimmt 30 min am Strand und war auch kurz im Wasser bevor mal wieder ein heftiger Regenguss nieder ging. Ach ja. Wie typisch 😂. Den Sonnenuntergang konnte man aber trotzdem sehen. Wenigstens was 😂

Wie gesagt ging es am nächsten Tag (Mittwoch) nach Krabi Stadt. Jetzt (Donnerstag) sitze ich gerade in Bangkok am Flughafen und warte auf meinen Anschlussflug nach Vietnam. Ich bin so gespannt auf dieses Land. Ich habe so viel Gutes gehört und ich freu mich jetzt fast 4 Wochen dieses Land zu entdecken.

 

Aber noch kurz zu Thailand:

Ich werde das Essen vermissen, das war echt lecker.

Außerdem sind die Stromkabel der absolute Wahnsinn. Denn hier gibt es nicht eine Leitung, die an der Straße verläuft, wie bei uns, sondern zig Kabel. Wie die teilweise befestigt sind, ist wirklich sehr abenteuerlich.. Mit der Frau aus dem Hostel hatte ich darüber mich unterhalten. Sie meinte wenn es stark regnet, fallen die Kabel runter oder explodieren manchmal und wenn man da zu nah dran steht... ja.. dann hat man sozusagen Pech gehabt und wird gegrillt. Hilfe..

Außerdem hab ich in Thailand das erste giftige Tier gesehen, nämlich einen Skorpion. In den wären wir fast reingetreten 🙈Aber ich glaube, dass ihm der giftige Stachel schon entfernt wurde. Aber ich schau auch jedes Mal in meine Schuhe bevor ich sie anziehe, denn die kleinen Skorpione verstecken sich da wohl gern. Und es ist wie bei den Menschen auch, je kleiner desto gefährlicher. 😜

Eine Woche Thailand ist definitiv nicht genug, aber Anfang November komme ich wieder und werde noch den Norden erkunden. Da ist gerade das Lichtfest in Thailand. Da bin ich sehr gespannt drauf. Kurz danach hole ich dann Mama vom Flughafen und dann genießen wir noch ein paar Tage gemeinsam im wunderschönen Thailand 😊 Aber nun gehts erstmal nach Vietnam 🇻🇳 

 

Liebe Grüße Daniela :)