Reis(e)updates aus Südostasien

Reiseberichte aus verschiedenen Ländern

08November
2019

Nam Dinh & Hanoi, Vietnam

Meine letzten Tage in Vietnam waren nun angebrochen. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Ich hatte noch 6 Tage in Vietnam. Vier davon habe ich in Nam Dinh verbracht. Ich hatte da einen Couchsurfing-Platz. Couchsurfing bedeutet, dass man einen Schlafplätze bei jemandem bekommt und dann da kostenlos schlafen kann. Doch mein Couchsurfing-Platz war etwas anders. Dazu später. Ich fuhr mit dem Bus in die Stadt Nam Dinh und wurde dort abgeholt und zum Funny English Club gebracht. So hieß das Haus, wo ich die nächsten Tage verbrachte. Dort habe ich mir ein Zimmer mit einem koreanischen Russen 😂geteilt.

Doch was war das für ein Ort? Und zwar haben sich einige jungen Leute zusammengetan und haben es sich zur Aufgabe gemacht Kindern und jungen Erwachsen bzw. eigentlich jeden der möchte Englisch beizubringen. Das ganze war also keine wirkliche Schule, sondern eher ein Club, wo Leute freiwillig hinkamen. Couchsurfer waren gern gesehen, da sie mit den Schülern englisch reden können und so ihr Englisch verbessern können und auch ihre scheu verlieren. Der Unterricht hat 2 mal am Tag stattgefunden, um 17 Uhr kamen die kleinen Kids (6-10 Jahre) nach der eigentlichen Schule und um 19:30 Uhr die Älteren. Natürlich hatten die Kleinen schon einen langen Tag hinter sich, dementsprechend war auch ihre Konzentration. Trotz langen Tagen hatten sie noch sehr viel Energie. Generell waren alle sehr energisch und laut. Ich habe mich dann immer vorgestellt und Fragen beantwortet und gestellt. Die Kinder waren echt niedlich. Am meisten hat mich eine 6 jährige, die gerade erst eingeschult wurde, beeindruckt. Sie konnte schon hintereinander weg schreiben, hielt den Stift perfekt und war generell schneller als die 10 jährigen.

Meine „Arbeit“ bestand also aus ein paar Stunden englisch reden am Tag. Das spiegelt im übrigen auch ganz gut das Leben von den Lehrern und Organisatoren im dem Club wieder. Es geht denen nicht drum groß Geld zu verdienen und sich viel leisten zu können. Hauptsache sie kommen um die Runden und haben dafür lieber eine tolle Zeit. Die Leute haben teilweise den ganzen Tag in dem Club verbracht, mittags etwas zusammen gekocht und danach einen Film geschaut und bissl gebutzelt und früh oder nachmittags ging’s zu einem der vielen Coffeeshops. Ab und an wurden noch einige Sachen für den Ausflug am Sonntag geplant.

Ich hab die Zeit sehr genossen, mal ein paar Tage ein bisschen Alltag ohne den Drang zu haben etwas anschauen zu müssen bzw. Kein schlechtes Gewissen zu haben mal nichts zu machen. Weiß nicht, ob man das nachvollziehen kann, aber wenn man immer auf Achse ist, von Hostel zu Hostel, dann ist es schön mal ein paar Tage etwas ruhiger zu verbringen.

Die Stadt war auch toll, auch wenn es nichts spezielles zu sehen gab. Ich habe in den Tagen nicht einen anderen Tourist gesehen. Das habe ich so genossen. Hier konnte man das richtige Vietnam erleben. Niemand wollte dir etwas verkaufen oder hat dich gefragt ob man ein Taxi braucht. Wie schon gesagt ging das Leben hier viel langsamer als z.B. Daheim. Auf Dauer wäre mir das nichts, aber für ein paar Tage einfach toll. In der ganzen Stadt gab es tolle Coffeeshops. Die haben gar nicht zum Rest gepasst. Sie sahen alle sehr hipp aus und etwas europäisch. Tanh (das war die Frau mit der ich geschrieben hatte über Couchsurfing) hat mich zu einigen tollen Coffeeshops gebracht und immer etwas tolles für mich bestellt, was ich unbedingt probieren sollte. Generell war sie super nett und wir haben uns toll unterhalten. Coconut Coffee war mein Lieblingsgetränk. Aber auch Egg Coffee war sehr lecker.

Am Samstagmittag haben wir zusammen Fried Springrolls gemacht und sie haben mir gezeigt, wie man das zubereitet.

Nachdem die letzte Klasse gegen halb 10 fertig war, sind wir jeden Abend nochmal in die Stadt. Einmal, um Streetfood zu essen und das andere Mal waren wir bei Tanh daheim. Wir saßen zu 8 vor ihrem Haus auf Plastestühle auf der Straße und haben verschiedene Snacks gegessen und Bier getrunken. Ich musste lachen, weil ich dran denken musste, wie es wäre, wenn man in Deutschland sich in der Stadt mit ein paar Leute auf Plastestühlen vor sein Haus auf den Gehweg setzen würde und da einen gemeinsamem Abend verbringen würde 😂

 

Am Sonntag haben wir einen Ausflug mit den Kids nach Tam Coc gemacht, wo ich vor ein paar Wochen schon mal war. Die Kids sollten mit Ausländern englisch reden und einfache Fragen stellen. Insgesamt waren es 40 Kids. Der Tag war echt schön und lustig, aber auch sehr sehr anstrengend 😂. Am Abend  waren die Lehrer und Organsisatoren noch gemeinsam essen. Es gab Hot Pot, eine Art Fondue. Das war ein toller Abschluss von meiner Zeit im Funny English Club. Es war eine tolle Zeit und ein schönes Gefühl mal etwas zurückzugeben.

Am Montag bin ich dann nach dem Mittag nach Hanoi gefahren. Zurück im Trubel und Stress einer Großstadt. Doch diesmal empfand ich die Stadt anders, als beim ersten Mal. Man kann schon fast sagen, dass ich die Stadt mochte. Ich bin 2 Tage ca. 40 km durch die Stadt gelaufen, mehr oder weniger planlos. Ich war im Militärmuseum. Das war ganz ok. Eigentlich war in Vietnam das letzte Jahrhundert nur Krieg. Dann bin ich mit einer Free Walking Tour mitgelaufen. Da waren wir auf dem Markt. Da gab es u.a. eine Million Klamotten. Das ist einfach der Wahnsinn, wenn man das so sieht, wie viele Klamotten produziert werden. Der Markt glich eigentlich eher einer großen Müllhalde.. und wenn man dann bedenkt, wie viele solcher Märkte in Südostasien existieren... und das ist nur ein kleiner Teil auf der Welt. Außerdem haben wir etwas ziemlich verrücktes gemacht, was man in Europa nie machen würde. Wir sind auf eine verrostete Brücke gelaufen, wo neben Autos auch die Bahn gefahren ist. An einigen Stellen konnte man auf die Schienen klettern. Wirklich runterfallen konnte man eigentlich nicht, aber es war trotzdem ziemlich  abenteuerlich. Die Location wird auch für professionelle Shootings genutzt. Wir hatten noch ca. 10 Minuten bis der Zug kam 😂sehr aufregend. Jedenfalls alles gut gegangen und alle waren von den Schienen runter als der Zug kam.

Der Verkehr in der Stadt ist der Wahnsinn. Aber wie überall in Vietnam muss man einfach laufen und am besten nicht hingucken. Das ging auch immer gut. 😂.

Das Stadtbild war ziemlich interessant. Wie bereits gesagt sind die Häuser immer sehr schmal, dafür aber sehr lang und unterschiedlich hoch. Außerdem gibt es immer kleine Läden, wo man immer nur eine Sache bekommt, z.B. Gibt es Läden wo es nur Verpackungsmaterial, Weihnachtsdeko, Kochtöpfe, Unterwäsche etc. gibt. Also es gibt nur selten Läden, wo man verschiedene Arten von Artikeln bekommt. Außerdem laufen überall Frauen rum mit Fahrrädern voll mit Obst und Gemüse. Aber schaut einfach selbst:

Ich bin nun wieder  in Thailand. Aber dazu mehr das nächste Mal.